Gewalt in Ehe, Partnerschaft und Familie: Was tun?

Sie sind von Gewalt bedroht oder sind Zeuge von Gewalt geworden? Ihre Tochter oder Ihre Freundin lebt in einer zerstörerischen Beziehung? Eine Bekannte hat Ihnen ihre blauen Flecken gezeigt? Sie hören häufig Geschrei aus der Nachbarswohnung?

Werden Sie aktiv, schauen Sie hin

  1. Rufen Sie bei akuten Notsituationen die Polizei, mischen Sie sich nicht ein, Sie könnten sich selber gefährden
  2. Wenn Sie mit dem Opfer sprechen, zeigen Sie Verständnis und Mitgefühl.
  3. Sagen Sie dem Opfer, das häusliche Gewalt strafbar ist.
  4. Sammeln Sie Information über Hilfsangebote und geben Sie diese an betroffene Personen weiter.

Häusliche Gewalt spielt sich in den eigenen vier Wänden ab, dort wo die Familienmitglieder sich sicher und geborgen fühlen sollten. Häusliche Gewalt ist in jedem Alter anzutreffen, gleichermassen zwischen Schweizern und Ausländern, zwischen Akademikern und Arbeitern.
Am meisten betroffen sind Frauen und Kinder. Es gibt vergleichsweise wenig Männer die zu Opfer von Gewalt in der Beziehung werden, aber es kommt vor.
Sie sind keinesfalls allein mit dem Thema beschäftigt oder gar als Einzige betroffen. Jede fünfte Frau erlebt im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt innerhalb der Partnerschaft, also ausgerechnet dort, wo Vertrauen und Respekt vorherrschen sollte.
Manche Frauen harren viele Jahre in gewalttätigen Beziehungen aus, aus Hoffnungslosigkeit, aus Scham, wegen der Kinder, aus finanzieller Abhängigkeit, weil sie sich einfach nicht mehr zutrauen ihr Leben selbständig gestalten zu können, oder weil sie Angst haben, dass die Gewalt im Falle einer Trennung zunimmt.
Sie brauchen AnsprechpartnerInnen und kompetente Hilfe

Es ist nie zu spät etwas zu verändern!
Der Kanton Basel-Landschaft hat erkannt, dass häusliche Gewalt ein Problem ist, das uns alle angeht und setzt sich aktiv für die Sicherheit und die Rechte der Opfer ein. Aus diesem Grund wurde 1999 die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt der Sicherheitsdirektion Basellandschaft geschaffen.
Diese hat drei Hauptziele.

• Gewalt stoppen
• Opfer schützen
• Täter zur Verantwortung ziehen

Die Massnahmen, die ergriffen worden sind, um den Schutz der Opfer sicherzustellen sind vielfältig und effektiv.
So wurde das Polizeikorps Basel-Landschaft dahingehend geschult, dass bei häuslicher Gewalt nicht mehr vermittelt, sondern ermittelt wird. Jeder Anruf wird ernst genommen! Die Nulltoleranz Haltung der Polizei ist selbstverständlich geworden. Die Polizei hat die Möglichkeit die Gewalt ausübende Person für 12 Tage aus der Wohnung zu weisen.
Gewaltausübende Täter werden von der Justiz zu einem Trainingsprogramm gewiesen, wo sie gewaltfreies Verhalten lernen sollen.
Gewaltbetroffene Menschen oder deren Angehörige werden an die richtige Beratungsstelle gewiesen.
Weiterbildungen für diverse Berufsgruppen werden organisiert und durchgeführt.

Bleiben Sie nicht allein. Reden Sie darüber.
Wenn Sie mit jemandem reden wollen, bevor Sie sich sicher sind, ob und was Sie unternehmen wollen, ist Ihr Hausarzt oder Ihre Hausärztin eine sichere Anlaufstelle. Man wird Ihnen zuhören und Sie in Ihren weiteren Schritten beraten.
Sie können sich auf die ärztliche Pflicht zur Verschwiegenheit verlassen.

  • Ärztliche Hilfe finden Sie jederzeit auch über die Medizinische Notrufzentrale MNZ Tel. 061 261 15 15, oder für den Standort Laufen Tel. 061 765 32 32).

  • Weitere Hilfsmöglichkeiten bietet die Opferhilfe beider Basel Tel. 061 205 09 10 Steinenring 53, 4015 Basel; Dazu gehören: limit, Frauenberatung gegen Gewalt; männer plus, Beratung für Gewalt betroffene Jungen und Männer; triangel, Beratung für Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche.
  • Wenn Sie sich und Ihre Kinder in Sicherheit bringen müssen hilft Ihnen das Frauenhaus Basel Tel. 061 681 66 33 rund um die Uhr.

  • Wenn Kinder Schutz brauchen sind sind folgende Stellen ansprechbar: Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, www.kesb-bl.ch; Fachstelle für Kindes- und Jugendschutz Tel 061 552 59 30 www.kindesschutz.bl.ch; Elternhilfe Tel 061 423 96 50; Dargebotene Hand Tel 143; das Kinderspital beider Basel UKBB Tel 061 704 12 12.

  • In Notfällen und für Hilfe vor Ort benutzen Sie den Polizeinotruf Tel. 117. Wenn Sie Opfer von Gewalt wurden, können Sie eine Anzeige bei einer Frau machen.

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