Ich bin ungewollt schwanger geworden

Haben Sie den Verdacht, dass Sie ungewollt schwanger geworden sind, suchen Sie zuallererst den Arzt Ihres Vertrauens auf. Er kann einen Schwangerschaftstest im Urin machen oder in ganz speziellen Fällen auch im Blut. In einem Gespräch mit ihm sollten Sie Klarheit darüber bekommen, ob Sie allenfalls ja zum neu entstandenen Leben sagen können und welche Hilfen Sie dafür erwarten dürfen. Und wenn es «zu schwer ist» oder «Sie nicht genug Liebe für das Kind haben», lässt unser Gesetz den Schwangerschaftsabbruch zu.
Das neue Gesetz über den straflosen Schwangerschaftsabbruch verlangt keine Beurteilung durch einen zweiten Arzt mehr wie früher. Sie müssen allerdings das Gesuch für einen Schwangerschaftsabbruch schriftlich der Ärztin oder dem Arzt Ihres Vertrauens mitteilen. Er wird mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen und ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen vor Durchführung des Eingriffs gegen Unterschrift eine Informationsbroschüre zu übergeben.

Wie wird die Unterbrechung gemacht?
Für einen Schwangerschaftsabbruch muss die Schwangerschaft, also die kindliche Anlage, mit Fruchtblase und Plazenta aus der Gebärmutterhöhle gelöst und herausgenommen werden. Das geschieht meist so, dass der Gebärmuttereingang etwas geöffnet wird, damit ein Instrument eingeführt werden kann, mit welchem die Schwangerschaft dann durch Wegschaben oder Absaugen herausgenommen werden kann. Der Eingriff erfordert eine gute Anästhesie, entweder Narkose oder Lokalanästhesie. Von einem erfahrenen Operateur durchgeführt, bleiben keine körperlichen Folgen bestehen. Die Patientin hat noch einige Tage eine menstruationsähnliche Blutung.

Alternativen
Es gibt auch Medikamente (Mifepriston und Prostaglandin), welche die Ausstossung der Schwangerschaft auslösen können. Die Anwendung ist aber nur in einem beschränkten Zeitrahmen möglich, sie dauert bis zwei Tage, ist schmerzhaft und wenn der Vorgang nicht vollständig ist, gibt es am Ende doch eine Operation (Curettage).
Achtung! Eine Selbstmedikation mit diesen Substanzen ist nicht möglich!
Jeder Schwangerschaftsabbruch wird anonymisiert der Sanitätsdirektion gemeldet. Es versteht sich von selbst, dass bei der Nachkonsultation eine optimale Schwangerschaftsverhütung gefunden werden muss.

In folgenden Beratungsstellen bekommen Sie weitere Informationen und Hilfe:
›› Beratungsstelle für Schwangerschafts- und Beziehungsfragen Binningen / Liestal

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